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Affiliate Marketing im Jahr 2023

Affiliate Marketing könnte 2023 zu den Gewinnern der Krise werden. Das ergab eine Umfrage unter 1.000 Affiliate-Marketeers. Doch welche Chancen, Risiken und Herausforderungen beschäftigen die Branche? Das beleuchten wir in einer dreiteiligen Serie. Teil 3 von 3: Publisher, Provisionen und Künstliche Intelligenz.

Trend zu neuen Provisionsarten im Affiliate Marketing

Die Tatsache, dass aufgrund der Browsersanktionen und der Datenschutzregulierungen immer weniger Umsätze den Affiliates korrekt zugewiesen werden, falls die Advertiser noch kein zukunftsfähiges Tracking nutzen, führt dazu, dass sich auch die Provisionsarten ändern.

So zahlen laut dem neuen Affiliate Trend-Report 2023 mittlerweile 79 Prozent der Advertiser ihren Affiliates auch zusätzliche Provisionen auf Basis von WKZ, um damit Premium-Platzierungen zu erhalten, die zu mehr Reichweite führen sollen. 48 Prozent der Advertiser sagen zudem, dass der Anteil von WKZ-Zahlungen in 2022 zugenommen hat. Allerdings erzielten 67 Prozent der Advertiser durch Hybridprovisionen auch steigende Umsätze, so dass sich die Investitionen in neue Provisionsarten auch lohnen.

Gleichzeitig planen für 2023 allerdings auch 35 Prozent der Advertiser WKZ-Zahlungen aufgrund der Inflation / Rezession zu reduzieren, was zu Diskussionen mit den Publishern führen könnte, vor allem weil auch 28 Prozent der Affiliates Provisions- und WKZ-Reduzierungen mit zu den größten Problemen für 2023 zählen. Zudem gaben 56 Prozent der Affiliates an, dass die Inflation / Rezession 2022 auch negative Auswirkungen auf ihre Affiliate-Umsätze hatte und 44 Prozent rechnen auch mit negativen Auswirkungen in 2023 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2022.

Steigende Anzahl von Mega-Publishern durch Fusionen und Zukäufen

Dabei kommt es auch zu immer mehr Fusionen von sog. Mega-Publishern. In den letzten zwei Jahren gab es zahlreiche große Übernahmen wie von Shoop durch die Globald Savings Group, Sparheld durch Webgears, Vergleich.org durch Centralnic, Pricerunner durch Klarna.

Und auch durch den Launch der neuen Plattform mrge durch den Zusammenschluss von digidip, shopping24 und Yieldkit, sowie der Fusion von Global Savings Group und Pepper.com entstehen neue Big-Player im Affiliate-Markt.

Dadurch steigern die Publisher ihre Reichweite und haben bessere Verhandlungsspielräume hinsichtlich ihrer Platzierungen. So sehen nämlich 51 Prozent der Affiliates Wachstumspotential für 2023 vor allem in zusätzlichen Budgets in Form von WKZ oder alternativen Vergütungsformen.

Die Gefahr für Gutschein-Affiliates und neue Publisher-Modelle

Für Gutschein- und Couponing-Partner könnte 2023 ein schwieriges Jahr werden. Denn nachdem bereits die Suchmaschine Bing seit letztem Sommer Gutscheincodes direkt in den Suchergebnissen anzeigt, hat auch Google im November 2022 für den US-Markt mit einem ähnlichen Ansatz nachgezogen.

Für 72 Prozent der Affiliates, 52 Prozent der Advertiser und 50 Prozent der ANT besteht dadurch eine Gefahr für das Geschäftsmodell der Gutschein-Affiliates, wenn Google wirklich global zukünftig Coupons in den Suchergebnissen selbst ausspielt.

Daher bleibt abzuwarten, ob sich dieses Feature wirklich durchsetzen wird und wie die Gutschein-Partner dementsprechend ihre Strategien und Geschäftsmodelle anpassen werden.

Immerhin gehören für 39 Prozent der Advertiser Gutschein-Publisher immer noch mit zu den bedeutendsten Publisher-Modellen, auch wenn hier die Relevanz im Vergleich zu 2022 nachgelassen hat, als Gutschein-Publisher noch mit 59 Prozent Platz zwei der wichtigen Publisher belegte.

Contente Commerce und Influencer gewinnen weiter an Relevanz

Gewonnen haben in der Gunst der Advertiser dagegen Content-Publisher mit 58 Prozent und Influencer mit 39 Prozent. Gerade in den Bereichen Content Commerce und Commerce Content etablieren sich immer mehr Affiliates im deutschsprachigen Raum.

Für Advertiser ist die Zusammenarbeit vor allem deswegen interessant, weil Kund:innen über die Publisher während des gesamten Kaufprozesses mit relevanten Inhalten angesprochen werden können, von der ersten Ideenfindung bis zum Kaufabschluss.

Auch immer mehr unabhängige Verlage und Websites entdecken Content Commerce als weiteres Standbein für sich und es entwickeln sich immer mehr eigenständige redaktionelle Angebote rund um Produktempfehlungen, Testberichte und Marktüberblicke.

Auch die entsprechenden kontextuellen Targeting-Lösungen von Content Commerce-Publishern gewinnen immer mehr an Beliebtheit, weil sie eine zielgruppenaffine Kund:innen-Ansprache auch ohne Third-Party-Cookies gewährleisten. 

Und auch Influencer und Social-Media-Publisher werden bei Advertisern immer beliebter.

Das Umsatzwachstum in diesem Publishersegment begann, als Instagram 2021 jedem Influencer den Link-Sticker freigeschalten hat und es damit jedem Influencer möglich wurde, für Produkte Werbung zu machen und diese mit Affiliate-Links zu versehen. 2022 begann dann auch Twitch die Möglichkeiten der Werbeeinnahmen seiner Streamer zu optimieren.

Twitch und YouTube: Social Media testet neue Möglichkeiten im Affiliate Marketing

So können mittlerweile auch Twitch-Streamer pro Stunde neben der Pflicht-Anzeige auch wesentlich mehr Werbeeinblendungen schalten. Und auch Youtube testet in seinen neuen Shortclips die Möglichkeit von Affiliate Marketing. Das Partnerprogramm befindet sich derzeit noch in der Anfangsphase und soll möglicherweise zukünftig den Creatoren zur Verfügung gestellt werden, um darüber bestimmte Produkte in den Shortvideos vorzustellen und zu erklären.

Und auch das Social-Network TikTok bietet seit Februar 2022 die Möglichkeit, Gutscheincodes nun auch als Link in Anzeigen zu platzieren und diese somit über Gutscheinattribution in die Affiliate-Netzwerke zu übertragen. Zuvor waren Affiliate-Links bei TikTok nur auf die Bio-Links beschränkt.

Es gibt also immer mehr Möglichkeiten für kreative Influencer über Affiliate Marketing Geld zu verdienen und ihren Content dadurch zu monetarisieren. Laut einer Verbraucherumfrage des Affiliate-Dienstleisters Rakuten Advertising haben v. a. auch Social-Media-Publisher Einfluss auf die Kaufentscheidung. 20 Prozent der Befragten holen sich für Geschenke auf TikTok, Youtube, Instagram und Twitch Inspirationen.

Vor allem für die Befragten aus der Generation Z zählen für 32,5 Prozent die Reviews von Influencern mit zu den wichtigsten Gründen für eine Kaufentscheidung. Das Scrollen und Liken auf Social Media regt eine große Mehrheit von 86 Prozent zum Kauf an, wie eine vorläufige Umfrage bestätigt.

Affiliate Marketing 2023: Künstliche Intelligenz und Machine Learning als neue Trends

Neu im Ranking der wichtigsten Affiliate-Trends für 2023 ist das Thema Künstliche Intelligenz und Machine Learning. Für 46 Prozent der Affiliates, 27 Prozent der Advertiser und 23 Prozent der ANT gehört KI mit zu dem Thema, mit dem man sich unbedingt beschäftigen sollte.

Getrieben durch den Hype um ChatGPT, welcher im November 2022 gestartet ist, könnte diese Entwicklung tatsächlich in 2023 weiter Fahrt aufnehmen. Innerhalb von fünf Tagen meldeten sich bereits eine Million Nutzer bei ChatGPT an. Instagram benötigte dafür zweieinhalb Monate und Spotify sogar fünf Monate.

ChatGPT ist der Prototyp eines Chatbots, der auf künstlicher Intelligenz beruht. Er wurde von dem US-Unternehmen OpenAI entwickelt. Das Besondere an ChatGPT ist, dass die Antworten des Bots von menschlichen nicht oder nur selten zu unterscheiden sind. Zudem kann der Bot unter anderem Ideen wie Geschäftsstrategien, Geschenkvorschläge, Blogthemen und Urlaubspläne generieren und somit zukünftig Publisher-Tätigkeiten automatisiert übernehmen.

Affiliate Marketing: Künstliche Intelligenz und ChatGPT könnten Hauptthema werden

Viele Affiliate-Expert:innen sind sich einig, dass ChatGPT eines der Hauptthemen für 2023 werden könnte. Auch bei Google hat man mitbekommen, wie gut ChatGPT funktioniert und hat lt. einem Bericht der New York Times sogar einen „Code Red“ ausgelöst.

Denn Google sieht darin eine existenzielle Bedrohung seines Geschäftsmodells, denn eine Suchmaschine würde nicht mehr benötigt werden, wenn man auch eine KI fragen kann, die einem nicht nur das Suchen abnimmt, sondern auch noch perfekte Antworten liefert.

Doch die KI ist nicht nur für Affiliates interessant, auch Advertiser und Netzwerke können diese verwenden, um in Zeiten des Fachkräftemangels Ressourcen zu sparen und bestimmte Tätigkeiten automatisiert auszulagern. So gibt es bereits Cases und Strategien die KI für Predictive Analytics zu nutzen, um damit Vorhersagen über zukünftige Trends und Kundenpräferenzen zu treffen.

Technologien wie Partnerize nutzen diese bereit schon länger, um darüber Budgetforecasts treffen zu können.
Aber auch Fraud-Protection ist mit der KI möglich. So lassen sich über Machine Learning beispielsweise betrügerische Aktivitäten besser erkennen und verhindern. Erste Anbieter wie zum Beispiel  24metrics nutzen bereits Realtime User Analytics auf Basis von KI, um damit das Nutzer:innenverhalten vorherzusagen und damit Betrug von Benutzer:innen mit geringer Qualität zu identifizieren.

Künstliche Intelligenz: Affiliate Marketing automatisieren

Und auch die Akquirierung neuer Affiliates lässt sich zum Teil über KI automatisieren, um damit neue Affiliates anhand ihrer Zielgruppe zu identifzieren und zu rekrutieren. Tools wie Publisher Discovery können Advertisern mithilfe der Cloudfind-Technologie Publisher-Vorschläge machen.

Die KI kann dabei relevante Publisher-Inhalte identifizieren und auch die Relevanz der Webseiten bewerten. Die KI lernt dabei kontinuierlich weiter und verbessert sich auch bei der Empfehlung von neuen Partnern durch Feedback der Advertiser. Affiliate-Manager:innen haben berichtet, dass sie bis zu fünf Stunden Akquisearbeit pro Woche dadurch einsparen können.

Bereits jetzt nutzen Technologie-Publisher Machine Learning und KI zur Bewerbung der Advertiser. So bieten zum Beispiel  die Publisher Increasingly und Particular Audience die Möglichkeit von KI-gestützten Produkt-Bundling-Technologien an. Oder Bounce Commerce, die KI-basierte Produktempfehlungen ausspielen, um damit Kund:innen auf Basis von Produktempfehlungen und Personalisierungsmetriken zu unterstützen, indem sie ihnen genau jene Produkte anzeigen, die zu ihrem Nutzerverhalten passen.

Fazit: Publisher, Provisionen und Künstliche Intelligenz im Affiliate Marketing 2023

Generell wird 2023 für die deutsche Wirtschaft und auch die Affiliate-Branche aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ein spannendes Jahr. Das Marktforschungsunternehmen GfK sieht unterdessen bereits ein Ende des Absturzes des Konsumklimas.

Die langanhaltende Furcht der Verbraucher:innen bezüglich explodierender Energiepreise hat sich aktuell etwas abgeschwächt, was sich bereits leicht positiv auf das Konsumklima auswirkt.

Gleichzeitig könnte die Affiliate-Branche mit seinem Performancemodell als Gewinner der Krise hervorgehen. Auch weil die CPC-Kosten bei Meta und Google immer teurer werden und Advertiser planen, Budgets von anderen Marketingkanälen in das Affiliate Marketing zu shiften oder sogar Budgets zu erhöhen.

Die Branchenteilnehmer:innen sind auf jeden Fall zuversichtlich. Sowohl Advertiser, Affiliates als auch Agenturen und Netzwerke / Technologien rechnen mit steigenden Umsätzen für 2023, auch wenn die Prognosen etwas verhaltener sind als noch in den letzten Jahren. Aber die Auswirkungen der Inflation / Rezession wird auch an der Affiliate-Branche nicht spurlos vorüber gehen.

Cookieless-Future im Affiliate Marketing

Allerdings rechnen viele mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland ab Mitte 2023. Die Weiterentwicklung der Attribution und der Leistungsmessung werden auch 2023 wichtige Herausforderungen für die Branche bleiben und Cookieless Future ist weiterhin das Top-Trend-Thema.

Auch wenn mittlerweile immer mehr Advertiser aktiv geworden sind und auf zukunftsorientierte First-Party-Messungen und Server-to-Server-Tracking umgestellt haben, gibt es immer noch einige Advertiser, die auf veraltetes Third-Party-Tracking setzen.

Daher bedarf es für die Branche weiterhin Aufklärungsarbeit und auch der Auf- und Ausbau von MarTech-Lösungen sollte für Marketing-Verantwortliche eine hohe Priorisierung erhalten, um den Anschluss zum Wettbewerb nicht zu verlieren.

Diskussionspotential könnte 2023 entstehen in der Diskrepanz zwischen der Reduzierung von WKZ-Kosten und Provisionen der Advertiser aufgrund der Inflation, und gleichzeitig höheren Provisionsvorstellungen der Affiliates. Auch durch immer mehr Fusionen und Unternehmensübernahmen entstehen weitere Mega-Publisher, die durch ihre Reichweite und Größe neue Verhandlungsmöglichkeiten aufbauen.

ChatGPT, Monetarisierung und Co.: Affiliate Marketing mit Künstlicher Intelligenz

Auch auf Gutschein-Affiliates könnten zukünftig Herausforderungen zukommen, wenn Google global sein neues Feature ausrollt und Gutscheincodes in den Suchergebnissen selbst ausspielt. Gleichzeitig steigt die Relevanz von Content Commerce-Publishern und Influencern, die durch immer weitere Werbemöglichkeiten auf Instagram, TikTok, Twitch und Youtube weiteres Monetarisierungspotential haben.

Und auch der Hype um Künstliche Intelligenz durch neue Anbieter wie ChatGPT könnte 2023 weiter Fahrt aufnehmen und sowohl für Affiliates, als auch für Advertiser ein relevantes Thema werden, um in Zeiten des Fachkräftemangels Ressourcen zu sparen und bestimmte Tätigkeiten an die KI auszulagern. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Anbieter und Publisher die aktiv mit Machine Learning und KI arbeiten.

2023 könnte also für das Affiliate Marketing mit Herausforderungen hinsichtlich der Inflation / Rezession verbunden sein, aber gleichzeitig die Chance haben, sich durch das prognostizierte Umsatzwachstum und den zahlreichen Weiterentwicklungen und den datensparsamen First-Party-Messmethoden weiter von anderen Marketingkanälen abzuheben und Marktanteile zu gewinne

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