Das ist über Googles Top-Smartphones bekannt, das sollen sie kosten

Google will mit seiner Pixel-6-Reihe endlich in die High-End-Smartphone-Liga aufsteigen und kompromisslose Geräte liefern. Der Techriese hat erste Details zur Ausstattung angekündigt, wir füllen die Spec- und Preis-Lücken. Beim kleinen Modell hat sich Saturn verplappert.

Als Google 2016 seine ersten Pixel-Modelle vorstellte, erklärte Android-Chef Hiroshi Lockheimer, sich mit den Smartphones im Premium-Segment positionieren zu wollen. So richtig ging der Plan bisher nicht auf, da die Geräte hinsichtlich ihrer Ausstattung teilweise nicht mit den Mitbewerbern von Samsung oder einst Huawei mithalten konnten. Mit dem Pixel 6 und 6 Pro, die am 19. Oktober vorgestellt werden, soll sich das ändern.

Um auf die neuen Topmodelle einzustimmen, hat der Konzern erste Details veröffentlicht und angekündigt, dass sie erstmals mit einem eigenen Prozessor ausgestattet sein werden. Mit diesem Chip sollen die Pixel-Smartphones gewissermaßen noch „googliger“ und smarter werden.



Pixel 6: Google hat das „XL“ gegen „Pro“ getauscht

Google Pixel 6 und 6 Pro erscheinen im Herbst. (Bild: Google)

Google hat Anfang August einen ersten Ausblick auf seine Pixel-6-Modelle gegeben. Design und Farben wurden gezeigt und erste Details zum neuen Tensor-Chip verraten.

So wird es ein Pixel 6 und ein etwas größeres Pixel 6 Pro geben – den XL-Zusatz der Vorgänger hat Google damit gestrichen. Gegenüber The Verge bestätigte Googles Hardware-Chef Rick Osterloh, dass das Pixel 6 einen 6,4 Zoll großen FHD-Plus-Bildschirm mit einer 90-Hertz-Bildwiederholrate an Bord haben werde, während das 6 Pro über ein 6,7-Zoll-QHD-Plus-Display mit 120 Hertz verfüge. Der Bildschirm des Pixel 6 sei vollkommen flach, der des Pro-Modells habe eine leichte Krümmung zu den Seiten. Beide Modelle sind mit ihren kolportierten Abmessungen von 158,6 x 74,8 x 8,9 Millimeter für das Pixel 6 und 163,9 x 75,8 x 8,9 Millimetern für das Pro nicht mehr klein und handlich wie etwa das Pixel 5, das nur 144,7 x 70,4 x 8,0 Millimeter groß war.

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Vom Designaspekt her wirken die kommenden Google-Phones vor allem rückseitig mutiger als die bisherigen, eher dezent ausgefallenen Pixel-Versionen. Google setzt auf eine zweifarbige Optik, die durch einen dicken vertikalen Kamerabuckel, der ans Nexus 6P (Test) angelehnt zu sein scheint, unterbrochen wird. Google zufolge benötigte die Kamera mehr Platz, da erstmals seit dem Pixel 3 (Test) neue Sensoren zum Einsatz kommen. Googles Kamerateam hatte die Computational-Photography-Algorithmen optimal auf den alten Sensor angepasst, der nun aber langsam in die Jahre gekommen war und nicht mehr mit den Kameras der Mitbewerber mithalten konnte.



Pixel 6 mit Dual-, Pixel 6 Pro mit Triple-Cam

Über die neuen Kameras hat Google gegenüber The Verge bereits verraten, dass im größeren Pro-Modell ein neuer Weitwinkel-Hauptsensor, ein Ultraweitwinkel- und ein gefaltetes Teleobjektiv mit vierfachem optischem Zoom zum Einsatz kommen. Im kleineren Pixel 6 habe Google auf den Telezoom verzichtet, die weiteren Sensoren seien indes identisch. Weiter erklärte der Hersteller, dass der Hauptsensor 150 Prozent mehr Licht aufnehme als der bisherige Sensor.

Das Google Pixel 6 mit dickem Kamerabuckel von der Seite. (Bild: Google)

Konkrete Details zu den Sensoren hat Google nicht gegeben, Leaks und Hinweise in der vierten Android-12-Beta deuten allerdings darauf hin, dass der Hauptsensor mit 50 Megapixeln aufwarten wird. Es scheint sich um Samsungs GN1 zu handeln, der im Mai letzten Jahres vorgestellt wurde; zumindest weisen Assets in Android 12 darauf hin.

Der GN1-Sensor ist 1/1,31-Zoll groß und besitzt 1,2µm Isocell Plus-Pixel, Dual-Pixel-Autofokus mit Phasendetektion und Unterstützung für 8K-Videoaufnahmen. Zudem liefere der Sensor durch Samsungs sogenannte „Tetra HDR-Technologie“ wohl ein verbessertes HDR. Fotos und Videos lassen sich zudem theoretisch mit Zehn-Bit-Farbtiefe aufnehmen, zudem unterstützt er 1080p-Zeitlupenvideos mit bis zu 400 Bildern pro Sekunde. Ob Google sich indes alle Feature zunutze macht, ist unklar.

Laut Leaker Jon Prosser soll das Teleobjektiv einen 48-Megapixel- und einen Zwölf-Megapixel-Ultraweitwinkel-Sensor verfügen. Weitere Details zu den Kameras sind noch nicht durchgesickert.

Modell Google Pixel 6 Pro Google Pixel 6 Google Pixel 5
Betriebssystem Android 12 Android 12 Android 11 (Update auf Android 12 sicher)
Display 6,71 P-OLED mit 3.200
x 1.440 Pixeln
6,4 Zoll AMOLED 6,0 Zoll, OLED, 2.340 x 1.080 Pixel, 432 ppi, Always on, HDR, Corning Gorilla Glas 6, 90 Hz
Prozessor Google Tensor „Whitechapel“ Google Tensor „Whitechapel“ Snapdragon 765G
12 GB 8 GB 8 GB LPDDR4-RAM
Interner Speicher 128/256/512 GB (nicht erweiterbar) 128/256 GB (nicht erweiterbar) 128 GB (nicht erweiterbar)
Hauptkamera Triple-Kamera: 50 MP (Weit) + 48MP (Tele) + 12MP (Ultraweit) Dual-Kamera:
50 MP (Weit) + 12MP (Ultraweit
Dual-Kamera, 12,2 MP Dual-Pixel, ƒ/1,7, 1,4 μm, Zwei-Phasen-Autofokus, Optische und elektronische Bildstabilisierung, 77° Blendenweite; 16 MP Ultra-Weitwinkel, ƒ/2,2, 1,0 μm, 107°
Frontkamera 12 MP 8 Megapixel, ƒ/2,0, 1,12 μm, fester Fokus, 83° 8 Megapixel, ƒ/2,0, 1,12 μm, fester Fokus, 83°
Akkukapazität 5.000 mAh (fest verbaut) 4.614 mAh (fest verbaut) 4.080 mAh (fest verbaut)
Konnektivität WiFi 6E, Dual-Sim, 5G WiFi 6E, Dual-Sim, 5G WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth v5.0 + LE, A2DP (HD-Codecs: AptX, AptX HD, LDAC), GPS, LTE Cat. 11, 5G, NFC
Abmessungen tba tba 144,7 x 70,4 x 8,0 mm
Gewicht tba tba 151 Gramm
Farben tba tba Just Black, Sorta Sage (Grün)
Sonstiges Titan M2, UWB. Laden mit 33 Watt, Wireless-Charging Titan M2, UWB. Laden mit 33 Watt, Wireless-Charging Fingerabdrucksensor, USB Typ C (USB 3.1), Stereo-Front-Lautsprecher, Titan M-Sicherheitsmodul, 18-W-Schnellladegerät mit USB-PD 2.0, IPX8, 18 W Schnellladen, Drahtloses Laden, Reverse Charging
Preis tba tba 613,15 Euro (UVP)*



Pixel 6 und 6 Pro: Google mit einer Prise Samsung

Nicht nur bei der Kamera vertraut Google wohl auf Samsung, sondern auch beim ersten eigenen Prozessor (System-on-a-Chip, SoC), dem Google Tensor. So hatte Google bislang nur einige Komponenten des Chips angekündigt, für die der Konzern sich selbst verantwortlich zeigt und die am wichtigsten sind.

Im Pixel 6 und 6 Pro steckt Googles erstes eigenes Smartphone-SoC Google Tensor. (Bild: Google)

Die bisher bekannten zwei Elemente des SoC aus den eigenen Entwicklungslaboren sind eine mobile TPU für KI-Operationen und ein neuer Titan-M2-Chip für die Sicherheit. Weiter habe der Konzern Optimierungen für die Ausführung von Googles computergestützten Fotografiemodellen vorgenommen, die schon in den bisherigen Pixel-Modellen zum Einsatz kamen. Zudem beschleunige der Chip unter anderem die Spracherkennung.

Über weitere Komponenten wie CPU, GPU und 5G-Modem hat Google nichts verraten. Es wird indes gemunkelt, dass diese von Samsungs Exynos 9855 stammen könnten, wie das Blog Galaxy Club in Erfahrung gebracht haben will.

Samsungs noch unangekündigtes Fünf-Nanometer-SoC soll wie Googles Tensor den Codenamen „Whitechapel“ tragen und in puncto Leistung ein Stück weit über dem Exynos 2100 verortet sein, das in den Galaxy-S21-Modellen verbaut ist. Es ist nicht das erste Mal, dass von einer Kooperation zwischen den beiden Konzernen für die Entwicklung des Chips berichtet wird. So hieß es schon im April, dass Samsung maßgeblich daran beteiligt sei. Wenig überraschend werde wohl auch das 5G-Modem von Samsung stammen, berichtet XDA Developers.

Mitt September sind weitere mutmaßliche Spezifikationen des Tensor-Chips durch Benchmarks durchgesickert. Den unbestätigten und unvollständigen Daten zufolge könnte die Achtkern-Tensor-CPU zwei performante Cortex-X1-Kerne besitzen, die in dieser Anzahl nicht einmal Qualcomms Snapdragon 888 oder der Samsung Exynos 2100  an Bord haben – beide besitzen jeweils nur einen Cortex-X1-Kern. Die beiden X1-Kerne sollen ferner von zwei Cortex-A76 mit 2,25 Gigahertz und vier Cortex-A55 mit 1,8 Gigahertz unterstützt werden.

Neben dem doppelten X1-Kern, der Leistung satt bedeuten könnte, ist die Wahl der A76-Kerne interessant, denn die haben mit dem A78 bereits einen Nachfolger. Große Leistungsunterschiede dürften die Unterschiede indes nicht zwingend ausmachen. Bei der GPU wird mit der Mail G78 wiederum solide Standardkost der Oberklasse serviert. Die GPU kommt etwa auch in Samsungs Exynos 2100 zum Einsatz, der in der Galaxy-S21-Serie verbaut ist.



Pixel 6 und 6 Pro wohl mit UWB und WiFi 6E

Es wird durch die Anpassungen seitens Google erwartet, dass der Tensor-Chip Samsungs Standard-SoC hinsichtlich KI-Berechnungen und maschinellem Lernen übertreffen könnte. Diese Eigenschaften spielten bei Googles bisherigen Modellen eine elementare Rolle, um Prozesse nicht mehr in der Cloud, sondern direkt auf dem Smartphone stattfinden zu lassen.

Weiter deutet sich an, dass Google bei seinen High-End-Modellen einen Ultrabreitband-Chip (UWB) verbaut, der etwa Auto- oder Haustürschlüssel überflüssig machen können. Mit der Ankündigung der ersten Android-12-Beta im Mai hatte der Hersteller diese Funktion bereits angekündigt. Es wäre schon etwas seltsam, wenn Google diese Funktion dann nicht auch anbietet, zumal Mitbewerber Samsung einige Modelle mit entsprechender Funktionalität im Portfolio hat. Weiter heißt es, dass eine UWB-Schnittstelle ein nativer Bestandteil von Android wird. Darüber hinaus sollen die Geräte einem Leak zufolge den schnellen WLAN-Standard mit Sechs-Gigahertz-Frequenz Wi-Fi 6E an Bord haben. Vorteil des neuen Standards soll vor allem eine geringere Latenz sein.

Beim Speicher für die beiden Modelle wird je nach Version von acht respektive zwölf Gigabyte RAM gemunkelt. Das Pixel 6 werde zudem 128 oder 256 Gigabyte Flashspeicher, das Pixel 6 Pro bis 512 Gigabyte erhalten. Eine Speichererweiterung per Micro-SD-Karte wird es garantiert nicht geben.



Pixel 6 und 6 Pro angeblich mit 5 Jahren Android-Updates

Googles Pixel 6 wird mit Android 12 ab Werk ausgeliefert. (Animation: Google)

Bestätigt ist durch einen offenbar versehentlich von Android-Chef Hiroshi Lockheimer abgesetzten Tweet, dass das Pixel 6 (Pro) einen In-Display-Fingerabdrucksensor haben wird. Lockheimer veröffentlichte einen Screenshot, der wohl vom Pixel 6 Pro stammt, und löschte ihn rasch wieder, nachdem ihm der Fehler auffiel. Einige aufmerksame Follower konnten den Tweet aber sichern. Der Screenshot zeigt zum einen die Position des Fingerabdrucklesers im Display, der interessanterweise auf der gleichen Höhe wie beim Galaxy S21 Ultra (Test) liegt. Zudem deutet die Originalauflösung des Tweets an, dass das Display des Pixel 6 Pro womöglich mit 3.200 x 1.440 Pixeln auflöst.

Über die Akkugrößen hat Google zwar noch nichts verraten, Insider gehen aber von 4.620 Milliamperestunden für das kleine und 5.000 Milliamperestunden für das Pro-Modell aus. Damit dürften die Geräte durchaus gute Laufzeiten liefern, nachdem Google mit dem Pixel 5 (Test) schon bewiesen hat, dass sie Geräte mit guten Laufzeiten bauen können. Wie auch Samsung und Apple wird Google auf ein Netzteil verzichten. Wie die Vorgänger werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit kabelloses Laden unterstützen – es ist von einer Leistung von bis zu 23 Watt die Rede. Weiter wird gemunkelt, dass sie schnelleres kabelgebundenes Laden als die Vorgänger bieten werden; anstelle der bisher maximalen 18 Watt sollen sie mit bis zu 33 Watt geladen werden.



Android 12.1 statt Android 12?

Wichtig für ein Google-Smartphone ist selbstredend die Software: Hier kommt natürlich Android 12 mit seinem großen Redesign zum Einsatz. Wir können zudem fest davon ausgehen, dass die Pixel-6-Modelle mit dem neuen OS ab Werk ausgeliefert werden. Womöglich erhalten sie nicht Android 12, sondern Android 12.1 mit speziellen Features: unter anderem ist von Kamera-Funktionen wie „Baby Mode“ und „Motion Deblur“ die Rede. Letztere soll durch die  Kombination von Aufnahmen der Weit- und der Ultraweitkamera verschwommene Bilder bei schnellen Bewegungen verhindern.

Dank des zum Teil selbst entwickelten Prozessors könnte Google Hard- und Software ähnlich wie Apple besser aufeinander abstimmen und damit Performance und Laufzeit verbessern. Außerdem wäre denkbar, den Zeitraum für Android-Updates merklich zu verlängern, da Google bei der Entwicklung nicht mehr so stark von Chipentwicklern wie Qualcomm abhängig wäre. Bislang liefert Google drei große Android-Updates; es wird indes spekuliert, dass Google den Update-Zeitraum fast auf Apple-Niveau heben und seine kommenden Smartphones für fünf Jahre unterstützen könnte.



Wann erscheint das Pixel 6 und wie teuer wird es?

Anfang Oktober hat Google den Vorstellungstermin bekannt gegeben: Die beiden Geräte werden im Zuge eines virtuell stattfindenden Events enthüllt. Den Marktstart hat der Hersteller zwar noch nicht genannt, man munkelt aber, sie werden am 28. Oktober erhältlich sein.

Die Farben des Google Pixel 6. (Bild: Google)

Konkrete Preise verrät Google auch erst im Laufe seines Vorstellungsevents. Jedoch hat Googles Hardware-Chef Rick Osterloh bereits eine gewisse Preisspanne angedeutet. So werde die Pixel-6-Serie als „Premium-Produkt“ beschrieben und damit womöglich in die Preisregionen eines Samsung Galaxy S21 Ultra (Test) aufsteigen. Das kostet locker über 1.000 Euro. Letzten Informationen zufolge bleibt Google aber wohl darunter.

So geben mehrere Quellen einen konkreteren Blick auf die europäischen Preise. Der ersten Quelle zufolge soll das Pixel 6 ab 649 Euro über die Ladentheke gehen, während die günstigste Variante des Pixel 6 Pro für 899 Euro verkauft werden soll. Sicherlich sind die Geräte damit nicht günstig, dennoch im unteren Preisrahmen der High-End-Liga.

Der Preis des Pixel 6 ist zudem durch ein verfrüht veröffentlichtes Gutscheinheft der Elektronikkette Saturn bestätigt worden: Den Angaben zufolge wird es tatsächlich ab 649 Euro in den Handel kommen. Vorbesteller erhalten offenbar ein paar Bose Headphones 700 Kopfhörer, die für 279 Euro zu Buche schlagen, dazu. Der Marktstart der Pixel-6-Modelle wird auch indirekt durch Saturn bestätigt, denn die Vorbestellaktion endet am 27. Oktober.

Saturn verrät den Preis des Pixel 6 verfrüht. (Bild: Mydealz)

Dass die neuen Pixel-Geräte für Google eine wichtige Angelegenheit sind, zeigt sich durch die verhältnismäßig große Werbekampagne, die der Hersteller vor allem in den USA fährt. Große Werbeplakate mache vorab auf die Smartphones neugierig, im New-Yorker Google-Store können Kund:innen sich die Geräte bereits ansehen. Aber nicht anfassen, da sie hinter Plexiglas ausgestellt sind.

Artikel zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2021. Event und Pixel-6-Preis für Deutschland.

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